Besseres Datenmanagement und neue Simulationsmethoden

09.08.2010

Forscher des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS) arbeiten am nationalen „Netzwerk Systembiologie der Leber“ mit

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in diesem Jahr ein weltweit einzigartiges Forschungskonsortium ins Leben gerufen: Das Deutsche Netzwerk Systembiologie der Leber („Virtual Liver Network“). Es will die gesamte Leber und ihre Funktionen erfassen und im Computer darstellen. Insgesamt 70 Arbeitsgruppen aus 41 deutschen Instituten sind daran beteiligt. Mit dabei sind auch zwei Forschungsgruppen des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS).

Die Gruppe Molecular and Cellular Modeling (MCM) unter der Leitung von Dr. Rebecca Wade entwickelt und wendet in einem Teilprojekt  Simulationsmethoden an, die es ermöglichen, das Zusammenspiel zwischen Signalübertragungswegen und der sogenannten Endozytose zu untersuchen. Unter Endozytose versteht man einen Vorgang, bei dem sich eine Zelle kleinere Nahrungspartikel oder andere Substanzen einverleibt. Der Schwerpunkt der Simulationen liegt dabei auf der Wechselwirkung von Proteinen und Protein-Membransystemen.

Die Gruppe Scientific Databases and Visualization (SDBV) unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Müller ist in zwei Teilprojekten im Datenmanagement aktiv: Sie baut eine Plattform auf, die Daten, Modelle und Arbeitsabläufe aus den Projekten des Forschungsverbundes verwalten soll. Alle beteiligten Wissenschaftler können auf diese Plattform zugreifen. In einem zweiten Projekt arbeitet die SDBV-Gruppe zusammen mit der MCM-Gruppe an weiterführenden Lösungen zur Speicherung, Abfrage und Analyse von kinetischen Daten. Sie steuert dabei ihr Know-how aus SABIO-RK bei, einer weltweit genutzten Datenbank mit Informationen zur Reaktionskinetik, die am HITS entwickelt wurde. Der Ausbau von SABIO-RK ist auch Gegenstand des Teilprojekts.
Wolfgang Müller ist überdies Koordinator des Arbeitspakets „Datenmanagement“, eines von insgesamt neun Arbeitspaketen des interdisziplinären Forschungsverbundes.

Das BMBF stellt für das gesamte Vorhaben in den kommenden fünf Jahren rund 43 Millionen Euro zur Verfügung. Es handelt sich weltweit um das einzige Forschungsnetzwerk seiner Art, das von einer einzelnen nationalen Einrichtung in der Systembiologie finanziert wird. Das Netzwerk soll dazu beitragen, die Prozesse in der Leber besser zu verstehen, damit später passgenaue Medikamente entwickelt werden können.

Pressekontakt:
Dr. Peter Saueressig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HITS Heidelberger Institut für Theoretische Studien
Tel: +49-6221-533-245
E-Mail: peter.saueressig@h-its.org

Wissenschaftliche Kontakte:
Dr. Rebecca Wade
Group Leader
Molecular and Cellular Modeling Group
HITS gGmbH
Tel: +49 6221 533 247
E-Mail: rebecca.wade@h-its.org

Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Müller
Group Leader
Scientific Databases and Visualization Group
HITS gGmbH
Tel +49 6221 533 231
E-Mail: wolfgang.mueller@h-its.org

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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