Die Kraft, die im Molekül steckt

22.07.2014

Dr. Frauke Gräter, Leiterin der Forschungsgruppe „Molecular Biomechanics“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS), erhielt jetzt die W3-Professur „Molekulare Biomechanik“ (Fakultät für Biowissenschaften / HITS) an der Universität Heidelberg. Die Berufung der 37-jährigen Chemikerin dokumentiert die gute und intensive Zusammenarbeit zwischen der Universität Heidelberg und dem HITS. Die Ernennung findet am 23. Juli 2014 statt.

Frauke Gräter (Foto: HITS / Keskin) studierte Chemie an den Universitäten Tübingen, Kyoto und Heidelberg. 2005 promovierte sie am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen und war anschließend dort und an der Columbia Universität in New York tätig. 2007 wurde sie Leiterin einer Nachwuchsforschergruppe am Partner-Institut der Chinese Academy of Sciences und der Max-Planck-Gesellschaft in Shanghai. Seit 2009 arbeitet sie am HITS als Leiterin der Forschungsgruppe „Molecular Biomechanics“ und leitet parallel dazu das „Klaus Tschira Lab“ in Shanghai. Frauke Gräters wissenschaftliches Interesse gilt der Frage, wie mechanische Kräfte mit biologischen Prozessen wechselwirken. Sie interessiert sich dabei für die molekulare Struktur von Biomaterialien wie der Spinnenseide, aber auch für das mechanische Verhalten von Proteinen, das bei der Blutgerinnung oder dem Zusammenhalten von Geweben eine Rolle spielt.
Mit rechnergestützten Methoden versucht Frauke Gräter, diese Prozesse besser zu verstehen, und arbeitet dabei mit Forschern im Labor, Medizinern und Unternehmen eng zusammen. So untersuchte sie gemeinsam mit Kollegen aus Shanghai und Stuttgart die Eigenschaften von Spinnenseide, die reißfester als Stahl ist. Sie fand heraus, wie die Hauptbestandteile des Seidenproteins auf molekularer Ebene angeordnet sein müssen, damit die optimale Reißfestigkeit und Elastizität erreicht werden.
Außerdem arbeitet die Forscherin mit Medizinern aus Hamburg und Mannheim zusammen, um ein Schlüsselprotein bei der Blutgerinnung zu erforschen, den sogenannten von-Willebrand-Faktor. Das Gemeinschaftsprojekt „SHENC“ wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als Forschungsgruppe gefördert.

An der Universität Heidelberg ist Frauke Gräter Mitglied des Interdisziplinären Zentrums für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) und der Hartmut Hoffmann-Berling International Graduate School of Molecular and Cellular Biology (HBIGS). Sie gehört außerdem dem wissenschaftlichen Lenkungsausschuss des Center for Modelling and Simulation in the Biosciences (BIOMS) in Heidelberg an. Die Wissenschaftlerin lehrte bereits am „Partner Institute for Computational Biology“, Shanghai, und an der Universität Heidelberg.

Die dreifache Mutter ist Mitglied unterschiedlicher internationaler Vereinigungen, wie etwa der Amerikanischen Biophysik-Gesellschaft oder der Deutschen Chemie-Gesellschaft. Darüber hinaus ist Frauke Gräter Gutachterin verschiedener wissenschaftliche Fachzeitschriften wie Nature oder PLoS Journals.

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Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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