Für neue Normen in der Biotechnologie

21.05.2015

Die Internationale Normungsorganisation ISO hat eine neue Arbeitsgruppe für Datenverarbeitung und Integration in der Biotechnologie gegründet. Unter der Leitung eines HITS-Wissenschaftlers will die Gruppe einheitliche Normen für Formatierung, Transfer und Integration von Daten und Modellen schaffen. Engagierte Wissenschaftler sind aufgerufen, sich zu beteiligen.

Die moderne Biotechnologie ist ein schnell wachsendes Fachgebiet, in dem weltweit zahlreiche Labore und Forschergruppen ungeheure Datenmengen produzieren, mit Hilfe des Computers auswerten und simulierbare Computermodelle entwickeln. Allgemeinverbindliche Normen und Spezifikationen für die Labormethoden und die anschließende computergestützte Verarbeitung der anfallenden Daten existieren bislang kaum. Die internationale Normungsorganisation ISO will das ändern: Sie will die Formatierung, den Datentransfer und die Integration der mit den unterschiedlichsten Methoden erzeugten Daten und Modelle vereinheitlichen. Denn einheitliche und aufeinander abgestimmte Normen sind von hohem Nutzen für Anwendungen in Industrie, Landwirtschaft und Medizin.

Deshalb gründete das ISO-Komitee ISO/TC 276 „Biotechnologie“ jetzt auf seiner Tagung in Shenzhen (China) eine neue Arbeitsgruppe für “Datenverarbeitung und Integration“. Ihr Ziel ist es, die Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Datenformaten zu normen, um die Daten und Computermodelle besser zusammenführen zu können. Dabei will das Gremium auch „de facto“ Standards einbinden, die direkt aus der Wissenschaft kommen. Martin Golebiewski vom Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde zum Vorsitzenden dieses neuen ISO-Gremiums gewählt. Er ist bereits Koordinator für das deutsche NORMSYS-Projekt, das an der Standardisierung von Modellen und Daten in der Systembiologie arbeitet. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Projekt, an dem auch Partner an der Universität Potsdam und des Berliner Startup-Unternehmens LifeGlimmer GmbH beteiligt sind, will mit Unterstützung von Normungsorganisationen wie ISO eine Brücke zwischen Wissenschaftlern in der Systembiologie und der Industrie bauen. „Mit der neuen Arbeitsgruppe bei ISO können wir helfen, durch die Entwicklung entsprechender internationaler Normen wissenschaftliche Ergebnisse besser in die Anwendung zu überführen“, so Martin Golebiewski. „Mit DIN als federführende Organisation und beteiligten Experten aus Europa, Japan, den USA und China verstärken wir die Bindung zwischen den globalen Anstrengungen der ISO und wissenschaftlichen Initiativen hier in Deutschland.“

Engagierte Wissenschaftler sind willkommen, sich an der Initiative über ihre nationalen Gremien zu beteiligen. Mehr Informationen und Kontakt: martin.golebiewski@h-its.org und Bjoern.Hermes@din.de

Wissenschaftlicher Kontakt:
Martin Golebiewski
Scientific Databases and Visualization group (SDBV)
Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS)
Phone: +49-6221-533-281
FAX: +49-6221-533-298
Email: martin.golebiewski@h-its.org

Pressekontakt:
Dr. Peter Saueressig
Head of Communications
Heidelberg Institute for Theoretical Studies (HITS)
Phone: +49-6221-533245
Peter.saueressig@h-its.org
www.h-its.org
Twitter: @HITStudies

Martin Golebiewski (HITS), convener of the new ISO working group (Photo: HITS)
Martin Golebiewski (HITS), Vorsitzender der neuen ISO Arbeitsgruppe. (Foto: HITS)
The ISO Technical Committee ISO/TC 276 Biotechnology during the meeting in Shenzhen, China. (Photo: HITS)
Das ISO-Komitee ISO/TC 276 „Biotechnologie“ während der Tagung in Shenzhen, China. (Foto:BGI)
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. (Logo: BMWi)
Das NormSys-Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. (Logo: BMWi)
DIN Deutsches Institut für Normung e. V.  (Logo: DIN)
DIN Deutsches Institut für Normung e. V. (Logo: DIN)

Hans-Peter Ahle
Pressesprecher
Telefon: +49 30 2601-2724
E-Mail: hans-peter.ahle@din.de
DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Am DIN-Platz, Burggrafenstraße 6,
10787 Berlin
Internet: http://www.din.de

Über DIN e. V.:
DIN ist der privatwirtschaftlich organisierte Dienstleister für Normung und Standardisierung. Rund 30.000 Experten aus Wirtschaft und Forschung, von Verbraucherseite und der öffentlichen Hand bringen ihr Fachwissen in den Normungsprozess ein, den DIN als Projektmanager steuert. Die Ergebnisse sind marktgerechte Normen und Standards, die den weltweiten Handel fördern, Innovationen vorantreiben und der Rationalisierung, der Qualitätssicherung, dem Schutz der Gesellschaft und Umwelt sowie der Sicherheit und Verständigung dienen.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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