HITS-Forscher Alexandros Stamatakis erhält Professur am KIT Karlsruhe

10.07.2012

Dr. Alexandros Stamatakis, Leiter der Forschungsgruppe „Scientific Computing“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS), erhielt jetzt die neu eingerichtete W3-Professur für High Performance Computing in den Lebenswissenschaften an der Fakultät für Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Durch diese Professur will das KIT seine bestehende Kompetenz im Bereich High Performance Computing (HPC) besonders in den Lebenswissenschaften stärken. Der Dienstort der Professur ist am HITS, jedoch wird Professor Stamatakis regelmäßig am Institut für Theoretische Informatik des KIT vor Ort sein, um Studierende und Doktoranden zu betreuen. Im kommenden Wintersemester wird er an der Fakultät für Informatik Vorlesungen zur Einführung in die Bioinformatik für Masterstudierende halten.  Die Berufung dokumentiert die gute und intensive Zusammenarbeit zwischen KIT und HITS, dem Forschungsinstitut der Klaus Tschira Stiftung.

Alexandros Stamatakis (35) studierte Informatik in München, Lyon (École Normale Supérieure), Paris und Madrid und promovierte 2004 an der TU München. Im Anschluss an Postdoc-Stationen auf Kreta und an der ETH Lausanne kehrte Stamatakis 2008 nach München zurück, zunächst an die LMU, dann an die TU, als Leiter einer Nachwuchsforschungsgruppe, gefördert durch das Emmy-Noether Programm der DFG. Zuvor hatte er zwei Rufe auf Assistant Professorships in den USA abgelehnt.
Seit Oktober 2010 arbeitet Alexandros Stamatakis am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) als Leiter der neu eingerichteten Forschungsgruppe „Scientific Computing“ (SCO). Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Softwareentwicklung zur Berechnung  evolutionärer Stammbäume sowie die Evaluierung neuer Rechnerarchitekturen zur Stammbaumberechnung. Er baute mit seiner Gruppe  den neuen Parallelrechner am HITS auf und stellt den anderen HITS-Forschungsgruppen seine Expertise in den Bereichen  der parallelen Rechnerarchitekturen und  der parallelen Programmierung zur Verfügung.
Primäres Forschungsziel von Professor Stamatakis ist es, die evolutionäre Entwicklung aller Lebewesen zu rekonstruieren, für die genetische Daten vorliegen. Er entwickelte dafür das Programm RAxML zur Analyse von Stammbäumen.  Mit RAxML rekonstruierte Stamatakis den weltweit größten Stammbaum (Phylogenie) für Pflanzen, mit über 55.000 Arten von Angiospermen (Blütenpflanzen), gemeinsam mit Forschungspartnern der US-Universitäten Yale und Brown.
Er ist außerdem mit seiner Gruppe am internationalen und interdisziplinären Forschungsprojekt „1KITE“ zur Erforschung der phylogenetischen Stammbäume von Insekten beteiligt. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über die Ursachen der Artenvielfalt von Insekten zu gewinnen.

Das interdisziplinäre Engagement des Informatikers zeigt sich auch dadurch, dass er als „Adjunct Professor“ am „Department of Ecology and Evolutionary Biology“ der University of Arizona in Tucson lehrt. Alexandros Stamatakis ist seit kurzem Mitglied des Lenkungsausschusses für den neuen Höchstleistungsrechner SuperMUC am Leibniz-Rechenzentrum in München. SuperMUC wird in den nächsten Tagen eingeweiht und bei Inbetriebnahme zu  den zehn leistungsstärksten Supercomputern der Welt gehören.
Prof. Stamatakis ist außerdem – als einziger Informatiker – Mitglied im Beirat der „Society of Systematic Biologists“.

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Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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