„Journalist in Residence“: T.V. Padma am HITS

13.03.2017

Die Wissenschaftsjournalistin T.V. Padma aus Delhi/Indien ist jetzt als „Journalist in Residence“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Das gleichnamige Programm bietet Wissenschaftsjournalisten die Möglichkeit, durch einen längeren Aufenthalt mehr über rechnergestützte, datengetriebene Forschung zu erfahren. Für das Programm, das zum zweiten Mal international ausgeschrieben wurde, hatten sich Kandidaten aus 23 Ländern beworben. Die nächste Bewerbungsrunde für 2018 beginnt im Laufe dieses Jahres.

T.V. Padma (photo: HITS)
T.V. Padma (photo: HITS)

Die in Delhi/Indien lebende Wissenschaftsjournalistin Padma Tata Venkata (T.V. Padma) hat jetzt ihren Aufenthalt als sechste „Journalistin in Residence“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) begonnen. Das Programm wurde zum zweiten Mal international ausgeschrieben. Eine Jury aus Wissenschaftsjournalisten sowie Wissenschaftlern aus Universitäten, Max-Planck-Instituten und dem HITS wählte Padma unter 40 Kandidaten aus 23 Ländern aus.

Padma schloss ihr Studium mit einem Bachelor of Science in Botanik (Honours) und einem Master of Science mit Schwerpunkt Genetik und Mikrobiologie an der Universität Delhi ab. Mit einem nationalen Stipendium für Postgraduierte erwarb sie außerdem ein Diplom in Bioethik. Sie arbeitete als Wissenschaftskorrespondentin für die führende Nachrichtenagentur Indiens, Press Trust of India (PTI) und schrieb über Raumfahrt-, Nuklearenergie-, Medizin- und Umweltthemen sowie über Pflanzenforschung. Ferner arbeitete sie im Panos Institute South Asia an Kommunikationsprojekten in der Entwicklungszusammenarbeit. Ab 2004 war sie zehn Jahre lang Redaktionsleiterin des ersten Südasien-Regionalbüros von SciDev.Net, einem gemeinnützigen frei zugänglichen Internetportal, das sich auf Wissenschaftspolitik und Forschung in den Entwicklungsländern konzentriert. Seit 2014 schreibt sie als freie Wissenschaftsjournalistin für „Nature“, „Nature India“, „New Scientist“, „Physics World“, „BioWorld“, und andere Medien.

Für das Buch „Bridging the Communication Gap in Science and Technology: Lessons from India“ schrieb Padma ein Kapitel über den Beginn des Online-Wissenschaftsjournalismus in Indien. Das Buch ist jetzt im Springer Verlag erschienen.

Im Laufe ihrer Karriere erhielt Padma mehrere Preise: Sie war Teil des SciDev.Net-Teams, als es den Preis der British Science Writers 2005 erhielt – für die beste Online-berichterstattung über den großen Tsunami in Asien, Ende 2004. Außerdem wurde sie in ihrer Zeit am PTI 1993 mit dem Preis der Food and Agriculture Organization (FAO) für den besten Bericht über Gesundheits- und Ernährungsfragen ausgezeichnet.
Ihren Aufenthalt möchte Padma  dazu nutzen, sich intensiv mit den Forschungsgebieten des HITS zu befassen, einschließlich Astrophysik, computergestützter Biologie und Statistik. Sie möchte außerdem von den Wissenschaftlern des HITS mehr über datengetriebene Forschung erfahren. Sie wird sich mit deutschen Journalistenkollegen austauschen, die gegenwärtige Situation von Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation in Deutschland und Europa studieren und mit der in Indien vergleichen.

HITS Journalist in Residence

Das „Journalist in Residence“ Programm bietet seit 2012 berufserfahrenen Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten die Möglichkeit eines drei- bis sechsmonatigen vergüteten Gastaufenthalts. Die Journalisten können sich während ihres Aufenthalts mit den Forschungsgruppen austauschen, eigene Projekte umsetzen und an internen Kolloquien und Seminaren der HITS-Forscher teilnehmen.
Erster „Journalist in Residence“ am HITS war 2012 der Wissenschaftsjournalist Volker Stollorz. Er ist seit 2016 Chefredakteur des neuen Science Media Center Germany in Köln. 2013 nutzte die freie TV-Journalistin Pia Grzesiak ihren Aufenthalt intensiv dazu, hinter die „Datenberge“ am HITS zu schauen. Im darauffolgenden Jahr verbrachte der Wissenschaftsjournalist Michele Catanzaro aus Barcelona sechs Monate am HITS. In dieser Zeit konnte er sich ein genaues Bild von der deutschen Wissenschaftslandschaft machen und viele Kontakte zu deutschen Journalisten knüpfen. Für eines der grenzübergreifenden Projekte, die er während seines Aufenthaltes begonnen hatte, wurde Catanzaro 2016 als „European science writer of the year“ ausgezeichnet. 2015 recherchierte der US-amerikanische Science Writer Larry Krumenaker im Rahmen von e-Book-Projekten für Wissenschaftspädagogik am HITS. Und 2016 intensivierte der deutsche Radiojournalist Michael Stang seine Kenntnisse in der datengetriebenen Forschung und arbeitete gleichzeitig an neuen Journalismus-Projekten. Mehr Informationen zum Programm “Journalist in Residence.“

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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