Prof. Volker Springel (Foto: HITS / Keskin)

Millionenförderung für HITS-Astrophysiker Volker Springel

19.07.2012

„Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC) – 1,5 Millionen Euro für Forschung zur Dunklen Materie und zur Entstehung von Galaxien

Der Astrophysiker Volker Springel erhält einen „Starting Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC). Er ist Leiter der Forschungsgruppe „Theoretical Astrophysics“ am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und zugleich Professor für Theoretische Astrophysik an der Universität Heidelberg. Mit der beantragten Fördersumme von knapp 1,5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre will der Wissenschaftler noch präzisere Computersimulationen zur Entstehung von Galaxien erstellen. „Diese Auszeichnung für Volker Springel ist auch ein großer Erfolg für uns als die Einrichtung, in der die Forschungsarbeiten ausgeführt werden“, freut sich HITS-Geschäftsführer Professor Andreas Reuter.Der ERC Starting Grant wird an hervorragende Wissenschaftler in ganz Europa vergeben. Die Bewerber müssen einen exzellenten Forschungsantrag einreichen und außerdem eine bisher beeindruckende und weiterhin vielversprechende wissenschaftliche Laufbahn nachweisen.

Volker Springel ist einer der  meistzitierten Autoren in seinem Fachgebiet und zählt zu den „big hitters in Astronomy“. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch die „Millennium-Simulation“ bekannt. Er erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis und den Klung-Wilhelmy-Weberbank-Preis für Physik.  Professor Springel arbeitet seit April 2010 am HITS und  der Universität Heidelberg, nach Forschungstätigkeiten am Max-Planck Institut für Astrophysik in Garching und der Harvard University in den USA. Der Titel des jetzt vom ERC geförderten Projekts lautet: „Hydrodynamical Simulations of Galaxy Formation at the Peta- and Exascale”. Die Entstehung und Entwicklung der Galaxien ist bisher kaum verstanden, da die physikalischen Gleichungen, die sie beschreiben, äußerst komplex sind. Um die Entwicklung des Universums vom Urknall bis hin zur Bildung der Galaxien nachzuvollziehen, muss man Milliarden einzelner Objekte und deren Wechselwirkung untereinander im Computer simulieren. Die Berechnung und Verarbeitung solcher umfangreicher Datensätze erfordert modernste Supercomputer und effiziente Algorithmen, wie sie Volker Springel in seiner Gruppe entwickelt. Ziel des Projekts ist es, mehr Details der physikalischen Prozesse der Galaxienentstehung zu simulieren und dann  verstehen zu können. Dazu sollen Simulationen mit bisher unerreichter Präzision und Auflösung auf den weltweit größten und leistungsfähigsten Computer eingesetzt werden. In mehreren Teilprojekten will Volker Springel mit seinem Team die Simulationen für die kommende Generation von Supercomputern, die so genannten Exaflop-Systeme, anpassen. Davon erhoffen sich die HITS-Forscher noch tiefere Einblicke in die faszinierende Geschichte unseres Universums.

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Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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