Prof. Dr. Michael Strube

Institutssprecher

Michael Strube ist Leiter der HITS-Gruppe Natural Language Processing (NLP) und Honorarprofessor am Institut für Computerlinguistik der Universität Heidelberg.

Er studierte Germanistik (Sprachwissenschaft und Literatur) an der Universität Freiburg. Dort promovierte er 1996 in Computerlinguistik. Vor seiner Tätigkeit am HITS arbeitete Michael Strube mit einem Postdoc-Stipendium am Institute for Research in Cognitive Science an der University of Pennsylvania, USA.

Seine Forschung konzentriert sich auf Sprachverarbeitung, Sprachverstehen und Diskursanalyse.  Er beschäftigt sich mit Koreferenzresolution mit einem Schwerpunkt auf die geeignete Repräsentation der jeweiligen Aufgabe. Er entwickelt Kohärenzmodelle, unter anderem eine nicht überwachte graph-basierte Version des Entity Grids (Tabelle mit im Text erwähnten Entitäten) zur Erzeugung von Texten, zur Beurteilung ihrer Lesbarbeit und zur automatischen Textzusammenfassung. Michael Strube interessiert sich außerdem auch für Wortbedeutungsdisambiguierung  und ihre Auswirkung auf die Diskursverarbeitung.

Gemeinsam mit seinem ehemaligen Doktoranden Simone Paolo Ponzetto erhielt er die „lobende Erwähnung“ (honorable mention) des IJCAI-JAIR Best Paper Prize 2010 für seine Arbeit über die Wissensextraktion aus Wikipedia.  Mit Kollegen der Universität Mannheim wurde er 2011 für eine Arbeit zur Analyse von Meinungen (Sentiment Analysis) mit dem Preis für das beste Papier bei der Konferenz IJCNLP ausgezeichnet. Michael Strube war außerdem Co-Vorsitzender des Programmkomitees der Association for Computational Linguistics Konferenz ACL-IJCNLP 2015 in Peking/China.

In der letzten Zeit interessiert sich Michael Strube auch für die ethischen Aspekte der automatischen Sprachanalyse, was dazu führte, dass er Seminare und Vorlesungen über die negativen Effekte der NLP („The Dark Side of NLP“) hält. Er ist außerdem Mitveranstalter des ersten Workshops zur Ethik in der NLP auf der EACL 2017 in Valencia/Spanien.

Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Müller

Stellvertretender Institutssprecher

Wolfgang Müller ist Leiter der HITS-Gruppe Scientific Databases and Visualisation (SDBV) und Privatdozent an der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und angewandte Informatik der Universität Bamberg.

1996 schloss er sein Diplom in Physik an der Universität Konstanz ab, mit einer experimentellen Arbeit über Seifenschäume am CNRS-Institut Charles Sadron in Strasbourg. Parallel dazu studierte er an der Fernuniversität Hagen Informatik und schloss das Studium 1998 mit einer Arbeit über Data Mining ab. 2001 promovierte er bei Prof. Thierry Pun in Genf über Content Based Image Retrieval, also die Ähnlichkeitssuche in Bilddatenbanken. Er habilitierte sich 2008 an der Universität Bamberg im Fach Informatik über „Peer-to-Peer Information Retrieval“, das heißt über die Ähnlichkeitssuche in verteilten, selbst organisierenden Systemen. Seit 2008 ist Wolfgang Müller am HITS tätig, zunächst als Vertreter, dann als Nachfolger von HITS Fellow Dr. Isabel Rojas (1968-2013), die die SDBV Gruppe 1999 gegründet hatte.

Die SDBV erstellt und betreibt datenbankbasierte Systeme für die Systembiologie. Ziel ist es, ein disziplinenübergreifendes Systemverständnis biologischer Systeme zu entwickeln. Die vielfältigen Herausforderungen reichen von Datenintegration und effizienten Datenstrukturen bis zur Software-Ergonomie und zu sozialen Aspekten von „Open Data.“

Müller koordiniert das Datenmanagement von BMBF-Großprojekten wie „Virtual Liver Network“ (VLN) und „Liver Systems Medicine“ (LiSyM) und vertritt mit seiner Gruppe das HITS als Partner in internationalen Infrastrukturprojekten und Initiativen wie FAIRDOM, ISBE, ELIXIR.