Jahresbericht

Unser Jahresbericht 2019 – Vorwort:

Wissenschaft entsteht im Gespräch– dieses Zitat stammt von dem Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg. Sein Buch „Der Teil und das Ganze“ besteht aus Rekonstruktionen von Gesprächen mit anderen Wissenschaftler/-innen, in denen neue Denkansätze entstanden.

Wissenschaft entsteht im Gespräch. Am HITS bestätigt sich diese Erkenntnis Heisenbergs immer wieder und ganz besonders im letzten Jahr. Viele, die hier arbeiten, sind Gastwissenschaftler und Gastwissenschaftlerinnen, die die Möglichkeit nutzen, für eine bestimmte Zeit mit den HITS-Wissenschaftler/-innen gemeinsam zu forschen. Wir sind uns einig, dass dies ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Instituts ist, und wir wollen die Attraktivität unseres Programms für wissenschaftliche Gäste weiter steigern. Daneben kommen immer wieder Vortragende aus Deutschland, aber auch aus aller Welt zu uns: sei es, um institutsinterne kleinere Vorträge zu halten, sei es für das öffentliche HITS-Kolloquium (siehe Kapitel 5.2). Kolloquiums-Vorträge werden gestreamt und auf YouTube gestellt, und oft entspinnt sich nach dem Vortrag eine Diskussion, die nicht nur die Fragenden, sondern auch die Vortragenden wissenschaftlich weiterbringt. Die öffentlichen Vorträge finden im Studio Villa Bosch statt. Das barrierefreie Tagungszentrum liegt zwischen dem HITS und der Villa Bosch und teilt sich mit beiden den Garten. Es bietet neben der einzigartigen Umgebung die technischen Möglichkeiten, Treffen mit bis zu 90 Teilnehmer/-innen bequem zu organisieren und diese dort auch zu bewirten. Hierzu stehen ein großes Foyer und drei Vortragsräume verschiedener Größe zur Verfügung. HITS nutzt das Studio Villa Bosch intensiv. Neben den Kolloquien finden hier auch die monatlichen Lab Meetings statt. Diese haben eine zentrale Funktion. Wichtige organisatorische Punkte werden hier verhandelt, aber noch wichtiger ist es, dass sich jede Arbeitsgruppe einmal im Jahr dem gesamten Institut mit zwei Vorträgen vorstellt. Diese Vorträge bieten die Möglichkeit, interdisziplinäre Ideen zu entwickeln. Das Lab Meeting wird durch das interne Scientific Seminar ergänzt, dessen Vorträge meist ein fachnäheres Publikum ansprechen. Eine weitere Gelegenheit zum internen Austausch ist das „HITS Interdisciplinary Meeting“, bei dem gemeinsam wichtige Themen rund um den Wissenschaftsbetrieb diskutiert werden. Als ein Ergebnis des Meetings 2018 wurde die Entwicklung unseres Leitbildes 2019 entscheidend vorangebracht.

Darüber hinaus organisiert das HITS Events mit Außenwirkung, wie alle zwei Jahre den Tag der offenen Tür und für ehemalige HITSter das Alumni-Treffen (siehe Kapitel 5.3). Unsere Auflistung wäre nicht vollständig ohne die wissenschaftlichen Veranstaltungen, die das HITS mit professioneller Unterstützung des Event-Teams durchführt. Von kleineren Projekttreffen bis zu großen Events wie dem internationalen COMBINE-Meeting und dem „Sino-German Symposium“ hat das HITS 2019 ein gutes Dutzend Veranstaltungen mit weit über 300 Teilnehmer/-innen veranstaltet (siehe Kapitel 5.1). Vielen bleibt ein Workshop am HITS im Gedächtnis. Gelobt wird neben der wissenschaftlichen Qualität die Umgebung, die Organisation und die gute und schnelle Reaktion auf Wünsche unserer Gäste.

Wissenschaft entsteht im Gespräch, also durch synchrone Kommunikation. Aber braucht Wissenschaft physische Nähe? Während wir diesen Jahresbericht fertigstellen, sind Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in vollem Gange. Wir alle hoffen auf ein schnelles, gut durchdachtes Ende der Maßnahmen. Trotz allem Leid für die Patient/-innen, trotz aller Belastungen durch das „physical distancing“ zeichnen sich für die Kommunikation zwischen Wissenschaftler/-innen auch Chancen ab: Kooperationspartner/-innen sind erstmals alle (fast) gleich weit entfernt. Die Videokonferenz zwischenzwei Heidelberger Stadtteilen fühlt sich genauso an wie die Konferenz zwischen Manchester und Heidelberg. Neue Formate werden ausprobiert: Wie treffen sich 50 Personen sinnvoll online zum wissenschaftlichen Austausch, jenseits von Vorträgen? Wie lässt sich durch Online-Kommunikation Nähe innerhalb von Arbeitsgruppenerzeugen? Wie finden wir das richtige Maß zwischen kleinen und großen Meetings? Und: Wie verschaffen wir uns Zeit, um „etwas zu schaffen“? Die jetzige Situation zwingt uns, vieles auszuprobieren. Wir sind gespannt, wie sich die Kommunikation innerhalb der Wissenschaft „nach Corona“ entwickelt.

Wissenschaft entsteht im Gespräch. Vor allem dann, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausverschiedenen Disziplinen miteinander reden. Diesem Gedanken hat sich das HITS von Anbeginn verschrieben – ganz im Sinne des Mottos „Think Beyond the Limits!“, das schon die Vorgängerinstitutionen EML European Media Laboratory (seit 1997) und EML Research (seit 2003) begleitet hat. Mit der Namensänderung von EML Research gGmbH zu HITS gGmbH im Jahr 2010 verband sich eine wesentliche Erweiterung des ursprünglichen Konzeptes: HITS sollte sich zu einem interdisziplinär arbeitenden Forschungsinstitut entwickeln, bei dem Data Sciences im Zentrum stehen. Aus den fünf Forschungsgruppen im Jahr 2010 sind inzwischen elf Gruppengeworden, mit rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus zwanzig Ländern, davon ein Drittel Frauen. Insgesamt arbeiten am HITS 122 Personen (Stand: Ende Dezember 2019), einschließlich der Service-Einheiten aus Verwaltung, IT und dem Kommunikations- und Event-Team.

Das HITS ist eng mit der Universität Heidelberg und dem KIT Karlsruhe verbunden, die neben der HITS-Stiftung ebenfalls Gesellschafter des Instituts sind (siehe Kapitel 10). Das schlägt sich in gemeinsamen Berufungen nieder: Zurzeit haben fünf Gruppenleiter/-innen des HITS zugleich eine Professur an einer der beiden Universitäten inne, hinzu kommen zwei assoziierte Gruppen und eine Honorarprofessur an der Universität Heidelberg. Zwei weitere gemeinsame Berufungen sind für das Jahr 2020 geplant. Gut aufgestellt und eng mit anderen Forschungseinrichtungen verbunden werden wir auch in Zukunft wissenschaftliche Veranstaltungen organisieren und – ganz im Sinne des Gründungskonzepts – unser Gästeprogramm erweitern, damit bei uns weiterhin Wissenschaft im Gespräch entsteht.

Dr. Gesa Schönberger, Geschäftsführerin

PD Dr. Wolfgang Müller, Institutssprecher 2019 & 2020

Hier gibt es den HITS Jahresbericht 2019 als PDF:

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