Mathematische Methoden, astrophysikalische Simulationen

27.06.2014

Die HITS-Forscher Volker Springel (Astrophysik) und Tilmann Gneiting (Mathematik) zählen zu den weltweit am häufigsten zitierten Wissenschaftlern.

Zwei Wissenschaftler des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS) stehen auf der Liste der weltweit meistzitierten Forscher. Das ergab die Untersuchung „Highly Cited Researchers“ des Thomson Reuters Konzerns. Der Astrophysiker Prof. Volker Springel (rechts) und der Mathematiker Prof. Tilmann Gneiting (links) gehören zu den Wissenschaftlern, die im entsprechenden Fach und Jahr am häufigsten zitiert wurden – ein wichtiger Indikator für den wissenschaftlichen Einfluss einer Veröffentlichung. Von den insgesamt 3125 Wissenschaftlern gehören 167 mit Erst- oder Zweitaffiliation einer deutschen Institution an.

„Für uns als kleines Institut mit einem hohen Grad an Interdisziplinarität ist es ein besonderer Erfolg, dass sich gleich zwei unserer Wissenschaftler auf dieser Liste finden“, sagt HITS-Gründer Klaus Tschira. Und HITS-Geschäftsführer Prof. Andreas Reuter ergänzt: „Wir freuen uns, dass die Zweitaffiliation unserer Forscher auch unsere Partneruniversitäten Heidelberg und KIT im internationalen Ranking unterstützt.“ 

Prof. Volker Springel hat als Astrophysiker die bislang größten und umfassendsten Computersimulationen des Universums mit konzipiert und durchgeführt, beginnend mit der Millennium-Simulation 2005. Er entwickelte unter anderem den „Arepo“-Code und ermöglichte es dadurch, die vielfältigen Formen und Größen von Galaxien mit Supercomputern zu simulieren. Ein Beispiel hierfür stellt die „Illustris“-Simulation dar, die kürzlich im Fachjournal „Nature“ publiziert wurde: die bislang detaillierteste Computersimulation der Galaxienentstehung. Am HITS leitet Springel seit 2010 die Forschungsgruppe „Theoretical Astrophysics“, er ist seitdem außerdem Professor für Astrophysik an der Universität Heidelberg.

Prof. Tilmann Gneiting konzentriert sich in seiner Forschung auf die Theorie und Praxis von Vorhersagen und auf die räumliche Statistik. Er konstruierte bereits vor Jahren probabilistische Wettervorsagen in Echtzeit. Gneiting arbeitet unter anderem mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage in Reading, UK, zusammen und entwickelt gemeinsam mit den Partnern neue Ansätze und statistische Verfahren. Seit November 2013 leitet Tilmann Gneiting die Forschungsgruppe „Computational Statistics“ am HITS, außerdem lehrt er seither als Professor am Institut für Stochastik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Die Zitationshäufigkeit ist eine Messgröße für den wissenschaftlichen Einfluss einer Arbeit. Ermittelt wurden die Werte vom US-Unternehmen Thomson Reuters, das dafür auf wissenschaftliche Datenbanken zurückgriff. Dabei wurde untersucht, wie viele Publikationen eines Wissenschaftlers aus den Natur- und Sozialwissenschaften sowie der Medizin besonders häufig von Kollegen in deren Publikationen zitiert wurden  Evaluiert wurden Publikationen der Jahre 2002-2013. Mehr Informationen auf der Website: highlycited.com

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Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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