Haut unter Spannung: HITS an neuem DFG-Programm beteiligt

5.06.2015

Mit dem größten Organ unseres Körpers, der Haut, befasst sich ein neues Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Unter dem Titel „Epithelial intercellular junctions“ werden interzelluläre Verbindungen in Epithelgeweben erforscht. Koordinator des Programms ist Prof. Thomas Magin vom Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) und dem Institut für Biologie der Universität Leipzig. Epithelien stellen Grenzflächen zwischen dem Körper und der Umwelt dar. Sie sind essentiell, um den Körper gegen Austrocknung, Infektionen, Toxine und mechanischen Stress zu schützen. Eines der Projekte innerhalb des Programms leitet HITS-Gruppenleiterin Prof. Frauke Gräter (Molecular Biomechanics MBM).

Da das Epithelgewebe unter ständiger mechanische Belastung steht, ist es von großem Forschungsinteresse, die starken Verbindungen zwischen den Zellen zu untersuchen, die das Gewebe stabilisieren und die Kräfte, die im Gewebe wirken, wahrnehmen und weiterleiten. Der molekulare Ursprung dieses „force-sensing“ ist immer noch ungeklärt. Die MBM-Gruppe erforscht die molekularen Mechanismen, die zum Strecken und Falten einzelner Proteinmoleküle innerhalb der Desmosomen führen. Desmosomen sind Strukturen in Zellmembranen, die Verbindungen zwischen zwei Zellen herstellen. Die HITS-Forscher versuchen mit Molekulardynamik-Simulationen und neuen Algorithmen diese molekularen Vorgänge besser zu verstehen.

„Epithelial intercellular junctions“ ist eines von 16 neuen Schwerpunktprogrammen, für die in einer ersten Förderperiode in den kommenden drei Jahren insgesamt 89 Millionen Euro zur Verfügung stehen werden. Die DFG will dadurch grundlegende wissenschaftliche Fragestellungen in besonders aktuellen oder sich gerade bildenden Forschungsgebieten untersuchen lassen. Neben den HITS-Wissenschaftlern sind Forscher und Forscherinnen Leipzig, Halle, Jena, Hannover, Köln, Aachen und München an dem Programm beteiligt.

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Über das HITS

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