Gliese Fellow Markus Kromer am HITS

11.10.2016
Dr. Markus Kromer (Photo: Stefan Taubenberger)
Dr. Markus Kromer (Foto: Stefan Taubenberger)

Diesen Monat begrüßt die Forschungsgruppe Physics of Stellar Objects (PSO) Dr. Markus Kromer als Gastwissenschaftler am HITS. Der Astrophysiker erhielt zuvor das sogenannte Gliese Fellowship vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH). Das Stipendium wird an ausgezeichnete Wissenschaftler im Bereich der Astronomie und Astrophysik vergeben und gibt den Stipendiaten die Möglichkeit eigene Forschungsprojekte voranzutreiben. Markus Kromer wird sowohl am HITS als auch am Institut für Theoretische Astrophysik (ITA) am ZAH der Frage nachgehen wie Sternexplosionen, so genannte Supernovae, aussehen.

Markus Kromer studierte Physik an der Universität Tübingen und promovierte 2009 an der Technischen Universität München. Anschließend arbeitete er am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching sowie an der Universität Stockholm. 2011 erhielt er die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft für die wissenschaftlichen Leistungen seiner Promotion. Der Astrophysiker ist außerdem Mitglied in PESSTO (Public ESO Spectroscopic Survey of Transient Objects), einer großen Kollaboration von Astronomen zur Erforschung der Vielfalt von Sternexplosionen.

Markus Kromers Forschung behandelt die Anwendung und die weitere Entwicklung von rechnergestützten Methoden zur Simulation der Emission und Ausbreitung elektromagnetischer Strahlung in astronomischen Objekten. Solche Simulationen sind unerlässlich, um theoretische astrophysikalische Modelle mit astronomischen Beobachtungen, also der elektromagnetischen Strahlung die uns auf der Erde erreicht, zu verknüpfen. Um diese Beobachtungsgrößen für Supernovae Explosionen simulieren zu können, entwickelte Kromer ein massiv paralleles Computerprogramm.

Am ZAH wird Markus Kromer ein wissenschaftliches Projekt leiten, in dem es um die Erforschung der Natur von Typ Ia Supernovae geht. Diese bilden eine beobachtete Unterklasse der Supernovae, die besonders wichtig zur Messung von Entfernungen im Universum sind. In enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen am HITS, wird Kromer seine Strahlungstransportsimulationen dazu verwenden, theoretische Explosionsmodelle der PSO Gruppe mit astronomischen Beobachtungen von Typ Ia Supernovae zu vergleichen. Ziel der Forschungskollaboration ist es, Aufschluss über die Vorläufer und physikalischen Mechanismen von Supernovae Explosionen zu erlangen.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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