HITS-Forscher Christoph Pfrommer erhält Professur in Potsdam

3.04.2017

Der Astrophysiker ist seit April 2017 neuer Abteilungsleiter für Kosmologie und großräumige Strukturen am Leibniz-Institut für Astrophysik sowie Professor für Astrophysik an der Universität Potsdam. Pfrommer forschte seit 2010 am HITS, habilitierte sich dort und erhielt einen ERC Consolidator Grant, mit dem er eine eigene Juniorgruppe aufbaute.  

Prof. Dr. Christoph Pfrommer (Photo: HITS)
Prof. Dr. Christoph Pfrommer (Photo: HITS)

Wie entstehen Galaxien und Galaxienhaufen, die zu den größten Strukturen im Universum zählen? Hat kosmische Strahlung einen Einfluss auf die Entwicklung von Galaxien und Galaxienhaufen? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Christoph Pfrommer nach, der seit April 2017 die Abteilung Kosmologie und großräumige Strukturen am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) leitet und als gemeinsam berufener Professor an der Universität Potsdam forscht. Der Astrophysiker ist vom HITS, dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien, an dem er seit 2016 mit einem ERC Consolidator Grant eine Juniorgruppe leitete, nach Potsdam gewechselt.

Kosmische Strahlung im Weltall entsteht unter anderem, wenn Sterne explodieren oder supermassereiche Schwarze Löcher eng gebündelte Materiestrahlen ausstoßen. „Neben der faszinierenden Frage nach dem Ursprung der kosmischen Strahlung wollen wir insbesondere herausfinden, ob diese auch eine entscheidende Rolle in der Galaxienentwicklung spielt“, sagt Pfrommer. Die von kosmischer Strahlung verursachten Materieausflüsse könnten ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung von Spiralgalaxien sein und zudem erklären, warum sich in elliptischen Galaxien nicht mehr Sterne bilden. Pfrommer und seine Forschungsgruppe wollen die zugrundeliegende Physik der kosmischen Strahlung, Magnetfelder und Plasmawellen detailgetreu im Computer modellieren und damit kosmologische Computersimulationen an Hochleistungsrechnern durchführen. Ihre Ergebnisse überprüfen sie mit Messungen von Teleskopen, die Radio- und Gammastrahlen empfangen.

Pfrommer hat an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena sowie an der Harvard University in Cambridge, USA, Physik studiert. 2005 promovierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit über die Rolle von kosmischen Strahlen in Galaxienhaufen. Danach forschte er als Postdoktorand am Canadian Institute for Theoretical Astrophysics in Toronto, Kanada, sowie seit 2010 am HITS in Heidelberg. Zudem war Pfrommer Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching sowie an der Stanford University und dem Kavli Institute for Theoretical Physics in Santa Barbara, USA. 2014 erhielt er einen Consolidator Grant vom Europäischen Forschungsrat (ERC) für sein Projekt CRAGSMAN, das den Einfluss von kosmischen Strahlen auf die Entstehung von Galaxien und Galaxienhaufen untersucht. Mit den Fördermitteln in Höhe von rund zwei Millionen Euro baute Pfrommer eine eigene Junior-Forschungsgruppe „High Energy Astrophysics and Cosmology“ (HAC) auf. Die Gruppe bleibt bis zum Sommer noch am HITS und zieht dann ebenfalls nach Potsdam.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Pfrommer
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
cpfrommer@aip.de

Katrin Albaum
Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam
Tel. 0331-7499 803
presse@aip.de

Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP)

Das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) widmet sich astrophysikalischen Fragen, die von der Untersuchung unserer Sonne bis zur Entwicklung des Kosmos reichen. Forschungsschwerpunkte sind dabei kosmische Magnetfelder und extragalaktische Astrophysik sowie die Entwicklung von Forschungstechnologien in den Bereichen Spektroskopie, robotische Teleskope und E-Science. Seinen Forschungsauftrag führt das AIP im Rahmen zahlreicher nationaler, europäischer und internationaler Kooperationen aus. Das Institut ist Nachfolger der 1700 gegründeten Berliner Sternwarte und des 1874 gegründeten Astrophysikalischen Observatoriums Potsdam, das sich als erstes Institut weltweit ausdrücklich der Astrophysik widmete. Seit 1992 ist das AIP Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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