Dudelfunk statt Inforadio? Qualität im Hörfunk in Zeiten des Spardiktats

24.05.2016

Wissenschaftsjournalist und HITS „Journalist in Residence“ Michael Stang (Köln) über den Umgang der Radiosender mit neuen Herausforderungen – öffentlicher HITS-Vortrag am Mittwoch, 01. Juni 2016, 16.00 Uhr, im Studio Villa Bosch in Heidelberg.

Während die Medienkrise zunächst vor allem Printmedien mit sinkenden Auflagen und immer kleiner werdenden Werbeeinnahmen traf, hat sie mittlerweile auch den Hörfunk erreicht. Trotz relativ stabiler Einnahmen beklagen zunehmend auch Sender im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk erheblichen Kostendruck, Arbeitsverdichtung und erschwerte Arbeitsbedingungen. Das gilt vor allem für den Wissenschaftsjournalismus, der  für manche weiterhin nicht nur als „verspätetes Ressort“ gilt, sondern sogar vom WDR-Intendanten Tom Buhrow abschätzig als „Nische“ im Ökosystem seines Hauses bezeichnet wurde.

Dabei wird bisher nur wenig medienwirksam von der Notwendigkeit eines guten Wissenschaftsjournalismus gesprochen. Ergebnisse aus Forschung und Wissenschaft und ihre Bedeutung für Gesellschaft, Natur, Wirtschaft und Politik müssen jedoch kompetent aufgearbeitet und eingeordnet werden. Denn eine fundierte Berichterstattung ist die elementare Voraussetzung für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. In einem öffentlichen Vortrag des Heidelberger Instituts für Theoretische Studien (HITS) erläutert Michael Stang die neuen Herausforderungen des Wissenschaftsjournalismus im Hörfunk  und plädiert für eine qualitative Berichterstattung trotz Quotendruck, verändertem Medienkonsum und geringer werdenden Spielräumen.

Michael Stang studierte Anthropologie, Ethnologie und Paläontologie / Geologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Nach seinem Abschluss erhielt er von der Bertelsmann-Stiftung ein Stipendium für Wissenschaftsjournalismus. Seit 2005 arbeitet er als freier Journalist in Köln, unter anderem für Radiosender in Deutschland (Deutschlandradio, WDR, BR, SWR), Österreich (ORF) und der Schweiz (SRF), sowie für Zeitungen und Zeitschriften (zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung). Der Wissenschaftsjournalist wurde unter anderem mit dem Publizistikpreis Hörfunk der GSK-Stiftung und dem Medienpreis der Deutschen Geographie ausgezeichnet und erhielt mehrere Stipendien, darunter das U.S. Media Fellowship an der Duke University in Durham, USA. Seit Mitte Februar ist er „Journalist in Residence“ am HITS.

Der Vortrag ist bereits die sechste HITS-Veranstaltung, die sich rund um das Thema Wissenschaftsjournalismus und aktuelle Medienentwicklungen dreht. Unter den Referenten waren unter anderem der künftige Chefredakteur von Bild der Wissenschaft, Dr. Alexander Mäder, der freie Wissenschaftsjournalist und Leiter des Science Media Center Deutschland  Volker Stollorz, die Fernsehjournalistin Pia Grzesiak sowie der in Barcelona ansässige, internationale Wissenschaftsjournalist Dr. Michele Catanzaro.

Aus Kapazitätsgründen wird um Anmeldung gebeten: benedicta.frech@h-its.org

Kostenfreie Parkplätze gibt es in der Garage „Unter der Boschwiese“.

Pressekontakt:

Dr. Peter Saueressig
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
HITS Heidelberger Institut für Theoretische Studien
Tel: +49-6221-533-245
peter.saueressig@h-its.org
https://www.h-its.org
@HITStudies

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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