T.V. Padma: “Ohne Druck durch Deadlines neue Dinge lernen.“

14.08.2017

Sie steigt die Treppe zum Eingangstor hinauf, bleibt plötzlich stehen und blickt zurück auf den grünen Garten und das rote Klinkergebäude. „Diesen Ort zu verlassen macht mich irgendwie traurig“, bekennt T.V. Padma. Die indische Wissenschaftsjournalistin ist die sechste „Journalist in Residence“ am HITS und kehrt nun nach fünf Monaten am Institut nach Delhi zurück.

Padma schreibt als freie Wissenschaftsjournalistin „Nature“, „New Scientist“, „Physics World“ und andere Medien. Sie war Wissenschaftskorrespondentin der führenden Nachrichtenagentur Indiens, Press Trust of India (PTI), und Redaktionsleiterin des ersten Südasien-Regionalbüros von SciDev.Net. Die Jury wählte sie als HITS „Journalist in Residence“ 2017 unter 40 Kandidaten aus 23 Ländern aus.

Eigene Projekte während des Aufenthalts gestartet

„Dieses Programm bietet eine sehr seltene Chance“, erklärt sie. „Das journalistische Leben ist ein verrückter Wettlauf nach Deadlines unter Hochdruck. Fünf Monate lang lag mein Fokus nicht auf diesen Deadlines, sondern darauf, neue Dinge zu lernen.“ Padma nahm an wissenschaftlichen Treffen teil, unterhielt sich mit HITS-Gruppenleitern, traf deutsche und europäische Wissenschaftsjournalisten und verbrachte heitere Mittagspausen mit der Astroinformatik-Gruppe. „Ich lernte einiges darüber, wie man mit Daten umgeht“, schmunzelt sie. „Das half mir dabei, meine eigenen Datenjournalismusprojekte zu planen.“ Außerdem gab sie ein internes Seminar über soziale Medien für die „HITS-Köpfe“ und hielt einen öffentlichen Vortrag über Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus in Indien. Auch Heidelberg lernte sie besser kennen. „Zuerst entsprach es ganz dem Klischee als Postkartenidyll“, sagte sie in einem Interview mit der Lokalzeitung. „Aber bald merkte ich, dass diese Stadt voller Wissenschaft ist, ein idealer Ort für eine Wissenschaftsjournalistin.“

Padma kehrt nach Delhi zurück mit einigen Projekten im Gepäck, die sie am HITS begonnen hat. Darunter ist eine Datenuntersuchung extremer Wetterereignisse in der Himalaya-Region, an der sie gemeinsam mit der Computational Statistics Gruppe arbeiten will. „Das hier war wahrscheinlich die wundervollste Zeit in meinem gesamten Berufsleben“, sagt sie und nimmt die letzten Stufen bis zum Tor.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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