Zum Abschied eine Auszeichnung

1.08.2018
HITS-Institutssprecher Michael Strube (links) überreicht Volker Springel (rechts) die „HITS Fellow“-Urkunde. Foto: HITS

Volker Springel, Leiter der Gruppe Theoretische Astrophysik am HITS, wechselte jetzt als Direktor ans Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) in Garching. Zum Abschied wurde er als „HITS Fellow“ geehrt.

Nach mehr als acht Jahren hat Prof. Volker Springel, Leiter der Forschungsgruppe „Theoretische Astrophysik“, das HITS und die Universität Heidelberg verlassen. Er tritt heute eine Stelle als Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching an. Springel war bereits im letzten Jahr als Max-Planck-Direktor berufen worden, arbeitete aber bis Ende Juli 2018 weiter am HITS und der Universität. Mit seiner Arbeitsgruppe am HITS und mit Partnern aus Heidelberg, Garching und den USA publizierte er noch im Februar neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung von Galaxien aus der „Illustris TNG“-Simulation.

„Die Berufung ist ein großer Erfolg für Volker Springel, aber auch für uns als Forschungsinstitut“, sagte HITS-Institutssprecher Prof. Michael Strube bei der Verabschiedung. „Wir freuen uns, dass damit das Konzept unseres Gründers Klaus Tschira aufgeht: brillante junge Forscher ans Institut zu holen, sie mit größtmöglicher Freiheit forschen zu lassen und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Karriere voranzutreiben.“ Volker Springel stimmte dieser Ansicht zu: „Ich ging damals bewusst das Risiko ein, an ein neues, noch unbekanntes Institut zu wechseln und es hat sich gelohnt. Meine Berufung zum Max-Planck-Direktor ist ein großartiges Qualitätszeugnis für das HITS. Wenn man hier forscht, kann man noch größere Karriereschritte gehen.“

Volker Springel hat die bislang größten und umfassendsten Computersimulationen des Universums konzipiert und durchgeführt: die Millennium-Simulation 2005, die „Illustris“-Simulation 2014 und die „Illustris TNG“-Simulation 2018. Die Forschungsgruppe „Theoretische Astrophysik“ des HITS leitete er seit März 2010, zeitgleich wurde er damals als Professor für Theoretische Astrophysik an die Universität Heidelberg berufen. Am HITS verfeinerte er unter anderem den von ihm entwickelten „Arepo“-Code und ermöglichte es dadurch, die vielfältigen Formen und Größen von Galaxien mit Supercomputern zu simulieren. Bis heute wurde der Code in mehr als 750 Publikationen genutzt oder zitiert. 2012 erhielt Springel einen ERC Starting Grant, seit 2014 zählt er zu den „Highly Cited Researchers“, 2017 wurde er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Volker Springel ist Ko-Autor der Illustris-Simulation (2014), der damals detailliertesten Computersimulation der Galaxienentstehung. (Bild: Illustris Collaboration)

In Anerkennung seiner „außergewöhnlichen wissenschaftlichen Erfolge und seiner Leistungen für das Institut während seiner Zeit am HITS“ erhielt Volker Springel in einer Feierstunde am 23. Juli den „HITS Fellow“ Award, die höchste Auszeichnung des Instituts. „Ich werde dem HITS immer freundschaftlich verbunden bleiben“, betonte Springel, „und mein Bestes geben, diesen Ort weiter zu fördern. Ich bin sicher, dass er auch weiterhin erfolgreich sein wird.“ Gemeinsam mit der Universität Heidelberg wird HITS in Kürze einen weiteren Wissenschaftler aus dem Fach „Theoretische Astrophysik“ berufen.

Medienkontakt:
Dr. Peter Saueressig
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49-6221-533 245
Fax: +49-6221-533 298
Peter.saueressig@h-its.org
www.h-its.org
Twitter: @HITStudies

In diesem Video spricht Volker Springel über seine Zeit am HITS: Warum er an das Institut kam, wie er Klaus Tschira kennenlernte und was das HITS von anderen Instituten unterscheidet (in englischer Sprache): https://youtu.be/eeEFENlK9uQ

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

Zur englischen Seite wechseln oder auf dieser Seite bleiben.