Kostenlose Open-Source-Materialien des ESO Supernova Planetariums & Besucherzentrums

18. Januar 2019

Seit seiner Eröffnung im April 2018 hat das ESO Supernova Planetarium & Besucherzentrum die Wunder des Universums mit mehr als 55.000 Besuchern geteilt und die Aufmerksamkeit des Publikums aus aller Welt auf sich gezogen. Die umfangreiche Sammlung hochauflösender Bilder, atemberaubender Videos, erläuternder Texte und Planetariumsressourcen sowie eine digitale Version der hochmodernen astronomischen Ausstellung der ESO Supernova sind nun online frei zugänglich.

Das ESO Supernova Planetarium und Besucherzentrum ist das weltweit erste Open-Source-Planetarium. Zu seinen Aufgaben gehört es, Bilder, Texte und Materialien für die breite Öffentlichkeit und die Wissenschaftsvermittler der Astronomie zu entwickeln und zu verbreiten. Jetzt, da die ESO Supernova für die Öffentlichkeit zugänglich ist, stehen der umfangreiche Inhalt der Ausstellung, eine Reihe ihrer faszinierenden Planetariumsshows und viele weitere hochwertige Materialien zur Verfügung, die online unter einer Creative Commons 4.0-Lizenz weiterverwendet werden können. Ein besonderes Highlight der Open-Source-Materialien der ESO Supernova ist die Dauerausstellung „Das lebendige Universum“, die das Thema Leben im Universum im weitesten Sinne behandelt. Sie verbindet die Besucher mit astronomischen Themen, indem sie sich auf die Verbindung Mensch–Universum und die Art und Weise, wie wir das Universum beobachten, konzentriert – mit einem Schwerpunkt auf ESO-Einrichtungen. Der Text und die Bilder der Schautafeln, Wandbilder, Bodendrucke und Touchscreens dieser 2200 m2 großen Ausstellung sind frei verfügbar.

Das HITS, das von Klaus Tschira und seiner Stiftung gegründet wurde, hat die Konzeption der Ausstellung wissenschaftlich begleitet und fachliche Expertise beigesteuert. Die HITS-Mitarbeiter der Supernova-Projektgruppe unter der Leitung von Dr. Kai Polsterer haben speziell für diese Ausstellung interaktive Exponate entwickelt. Mithilfe von Computersimulationen, virtueller Realität und hochmoderner Computergrafiken können die Besucher in eine ebenso vielseitige wie faszinierende Themenwelt eintauchen. Die Quellcodes für interaktive Anwendungen, die vom HITS entwickelt wurden, finden sich ab sofort in der Datenbank.

Die von design und mehr entworfenen und gestalteten Tafeln können entweder als HTML-Inhalt, als PDF-Dateien oder auch als InDesign-Dateien auf der Webseite angesehen werden, so dass sie an jeden gewünschten Zweck angepasst werden können. Sie beantworten verschiedene astronomische Fragen auf drei verschiedenen Ebenen: sehr kurz auf Infotainment-Ebene, tiefer auf Bildungsebene und auf einfache Weise für Kinder. Alle Tafeln verfügen über hochauflösende, ansprechende Bilder und leicht verständliche Grafiken.

Neben diesen Tafeln enthält das neue Online-Archiv zudem mehr als 100 Kiosk-Anwendungen, die im Detail interaktive und nicht-interaktive Inhalte zu verschiedenen astronomischen Themen liefern. Wie die Tafeln sind auch diese Apps alle zweisprachig. Die Apps werden regelmäßig aktualisiert, um neue Inhalte hinzuzufügen und den neuesten Stand der astronomischen Forschung zu berücksichtigen. Die Apps funktionieren auf jedem internetfähigen Computer mit einem Chrome-Browser im Vollbildmodus, sind aber für die Darstellung auf einem Bildschirm im Format 16:9 (z.B. 1920×1080 Pixel) optimiert [1].

Sowohl Astronomie-Interessierte als auch Fachleute aus Wissenschaftszentren können in der umfangreichen Datenbank mit hochauflösenden, hochwertigen astronomischen Bildern und Videos stöbern, die für die ESO Supernova gesammelt wurden. Diese Archive bieten beeindruckende astronomische Bilder, die von Teleskopen auf der ganzen Welt gesammelt wurden, lehrreiche Videoclips, leicht verständliche Grafiken, die astronomische Phänomene erklären, Künstlerimpressionen und atemberaubende Ausblicke auf den Nachthimmel.

Dieses Archiv ergänzt die bestehende Datenbank mit Bildern und Videos auf der Internetseite der ESO. Die Videos im Archiv der ESO umfassen außerdem 360×180 Grad immersive Erlebnisfilme, die mit Virtual Reality (VR)-Brillen wie Zeiss VR One, Oculus Rift, HTC Vive oder Google Cardboard verwendet werden können. Ein drittes Bild– und Videoarchiv ist auf der ESA/Hubble-Webseite verfügbar, die ebenfalls von der ESO betrieben wird. Das gesamte Material kann unter Creative Commons 4.0-Lizenzen weiterverwendet werden.

Zusätzlich zu dieser Auswahl an attraktiven Materialien stellt ESO auch ein Musikarchiv mit fast 500 kostenlosen Musiktiteln zur Verfügung, die von ESO Music Ambassadors komponiert wurden, darunter Jennifer GalatisJohan B. MonelltonelabsJohn DysonSTAN DART und Steve Buick. Ebenfalls verfügbar sind 3D-Modelle von ESO-Teleskopen bis hin zu Sternenorbits innerhalb der Milchstraße.

ESO hat bereits faszinierendes Bildmaterial für Planetarien veröffentlicht und erweitert die online verfügbaren Ressourcen kontinuierlich. Unter den frei verfügbaren Materialien befinden sich zwei abendfüllende Shows: „Europas Weg zu den Sternen“ und „Die Sonne, unser lebendiger Stern“. Während die Supernova das Publikum weiterhin fasziniert, wird die ESO auch in Zukunft Materialien und Hilfsmittel für die öffentliche Vermittlung der Astronomie entwickeln.

Liste mit allen Materialien.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

Zur englischen Seite wechseln oder auf dieser Seite bleiben.