ELIXIR fördert Aufbau einer „COVID-19 Disease Map“

2.06.2020

Am HITS entwickelte Software liefert wichtigen Baustein für eine Datensammlung zu Pathogen-Wirt-Interaktionen bei SARS-CoV-2.

ELIXIR, das europäische Netzwerk für Forschungsinfrastruktur für lebenswissenschaftliche Daten und Informationen, hat den Aufbau einer COVID-19 Disease Map bekannt gegeben (https://www.nature.com/articles/s41597-020-0477-8). Das Projekt stellt unter Leitung von ELIXIR Luxemburg (https://covid.pages.uni.lu) das weltweit vorhandene Fachwissen zu molekularen Prozessen zusammen, die an Eintritt, Replikation und Pathogen-Wirt-Interaktionen bei SARS-CoV-2 beteiligt sind, und sammelt auch Informationen zu Reparaturmechanismen und Wiederherstellung der Zellen nach einer Infektion. Die Daten werden dabei auch grafisch in Form von „Disease Maps“ dargestellt und dienen der Fachwelt für einen besseren Überblick über das vorhandene Wissen zu COVID-19.

Die von HITS-Wissenschaftler/-innen mitbegründete FAIRDOM Initiative unterstützt die COVID-19 Disease Map durch seine FAIRDOMHub-Plattform (https://fairdomhub.org), die nun für den zentralen Austausch von Daten zwischen den beteiligten Wissenschaftler/innen benutzt wird. FAIRDOMHub basiert auf der SEEK-Software, die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Forschungsgruppe „Scientific Databases and Visualization“ (SDBV) am HITS in den letzten 12 Jahren zusammen mit einem Team an der Universität Manchester (UK) entwickelt wurde und in verschiedenen Forschungsnetzwerken der Speicherung und dem Austausch von Daten dient. Nun hilft sie den etwa 200 Forschenden weltweit dabei, die molekularen Prozesse zu entschlüsseln, die den Infektionen und Krankheitsmechanismen bei COVID-19 zugrunde liegen.  

Alle Fachexpert/-innen, die zum besseren Verständnis von COVID-19 beitragen wollen, können sich an dieser wissenschaftlichen Initiative beteiligen, da das Projekt frei zugänglich ist.

Weitere Informationen:

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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