ERC Starting Grant für HITS-Astrophysiker

7.09.2020

Fabian Schneider erhält vom Europäischen Forschungsrat (ERC) rund 1,5 Millionen Fördermittel für fünf Jahre. Damit wird er eine eigene Juniorgruppe am HITS aufbauen.

Der Astrophysiker Fabian Schneider, „Gliese Fellow“ an der Universität Heidelberg und Gastwissenschaftler in der PSO-Gruppe (Leitung: Friedrich Röpke), hat mit seiner Forschungsleistung den Europäischen Forschungsrat (ERC) überzeugt: Er war mit seinem Antrag auf einen ERC Starting Grant erfolgreich. Die mit der Auszeichnung verbundenen Mittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro ermöglichen es dem 34-Jährigen, eine eigene Juniorgruppe am HITS zu etablieren.

Damit wird das Institut im nächsten Jahr auf 13 Forschungsgruppen anwachsen, drei davon forschen im Bereich der Astrophysik. Die neue Forschungsgruppe will vor allem das turbulente Leben von massereichen Doppelsternen und deren explosive Endphasen in Supernovae untersuchen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verschmelzung zweier Sterne.

Fabian Schneider studierte Physik an der Universität Bonn und promovierte 2015 am Argelander-Institut für Astronomie. Danach wechselte er als „Hintze Fellow“ an die Universität Oxford, wo er zu massereichen Sternen, deren Magnetfeldern und zu Supernovae forschte. In dieser Zeit begann die Kooperation mit Friedrich Röpke am HITS, die sich mit seinem Wechsel nach Heidelberg 2018 noch intensivierte: Er wurde „Gliese Fellow“ am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg und arbeitete zugleich am HITS als Gastwissenschaftler in der PSO-Gruppe. Zusammen mit Kollegen aus Garching und Oxford veröffentlichte Fabian Schneider im Oktober 2019 eine Studie zur Entstehung von Magnetfeldern bei der Verschmelzung von Sternen im Fachjournal „Nature.“

Über die ERC Starting Grants 2020

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council – ERC) ist die erste europäische Förderorganisation für exzellente Pionierforschung. Der ERC fördert mit seinen Grants exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bahnbrechende Pionierarbeit in ihrem Forschungsgebiet leisten. Mit dem Starting Grant ermöglicht der Europäische Forschungsrat (ERC) vielversprechenden Nachwuchswissenschaftle/-innen in Europa den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe.

Für die ERC Starting Grants 2020 wurden von 3.272 Anträgen nur 436 Projekte (13,3 %) ausgewählt, die an Universitäten und Forschungsinstituten in 25 verschiedenen Ländern Europas durchgeführt werden, in Deutschland werden 88 Projekte gefördert. Insgesamt 677 Mio. Euro stellt die EU für die Förderung zur Verfügung. Die Mittel sind Teil des EU-Programms für Forschung und Innovation, Horizont 2020.

Zur Pressemitteilung des Europäischen Forschungsrats ERC: https://erc.europa.eu/news/StG-recipients-2020

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

Zur englischen Seite wechseln oder auf dieser Seite bleiben.