Computergestützte Forschung: Hilfe beim Kampf gegen Gehirnentzündungen durch COVID-19

1.10.2021

HITS ist Partner im neuen EU-finanzierten Forschungsprogramm „BRAVE.“ Das Projekt soll dabei helfen, COVID-19-Gehirnentzündungen mit Molekülen zu bekämpfen, die zuvor am Computer entwickelt wurden. Es wurde nach einem Call des Human Brain Project (HBP) für eine Finanzierung durch die Europäische Kommission (EC) ausgewählt, um die Nutzung der HBP- und EBRAINS-Infrastruktur für die COVID-19-Forschung zu fördern. Koordinatorin des Projekts ist die Universität Turin (Italien), weitere Partner sind die Universität Pavia (Italien) und das Forschungszentrum Jülich.

Obwohl COVID-19 in erster Linie als Atemwegserkrankung gilt, treten bei den Patient/-innen häufig neurologische Probleme auf. Die Forschung hat auch Blutgefäßschäden und Entzündungen im Gehirn sowie im zentralen Nervensystem von COVID-19-Patient/-innen nachgewiesen. Um diese Probleme anzugehen, veröffentlichte das Human Brain Project (HBP) im Frühjahr 2021 einen Call zum Thema COVID-19 und dessen Auswirkungen auf das Gehirn und die geistige Gesundheit (“COVID-19 and its impact on brain and mental health”). Die Idee dahinter: Forscher/-innen außerhalb des HBP sollen die Möglichkeit erhalten, die dort entwickelten Instrumente, Methoden und Ressourcen zu nutzen. 12 förderungswürdige Projekte wurden eingereicht, von denen schließlich zwei für die Finanzierung durch die Europäische Kommission ausgewählt wurden.

Eines der beiden Projekte ist „BRAVE“. Es soll die COVID-19-Gehirnentzündung mit am Computer entwickelten Molekülen bekämpfen. Die Forscher/-innen nutzen die FENIX-Supercomputeranlage des Human Brain Project und die EBRAINS-Dienste, um diese neuen Moleküle zu entwickeln. Diese Moleküle sollen diejenigen Gehirnproteine als Targets angreifen, die Entzündungsprozesse steuern. Die neuen chemischen Verbindungen könnten als starke Entzündungshemmer wirken. Darüber hinaus sollen die in diesem Projekt entwickelten und angewandten Berechnungsmethoden auch dazu beitragen, neue Pandemien effektiver zu bekämpfen. Das Projekt startet offiziell im Dezember 2021.

Die Koordination von „BRAVE“ hat die Universität Turin, Abteilung für Arzneimittelwissenschaft und -technologie (UNITO), Italien, inne. Die anderen Partner sind die Universität Pavia, Fachbereich Chemie (UNIPV), Italien, das Forschungszentrum Jülich, Institut für Neurowissenschaften und Medizin, INM-9 (JUELICH), und die Gruppe Molecular and Cellular Modeling (Gruppenleiterin: Rebecca Wade) am HITS.

Mehr Informationen in der Pressemitteilung des Human Brain Project.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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