SET-Gruppe am HITS organisierte das erste Präsenz-Meeting der VFTS & Friends

12.07.2022
30 Doradus is the brightest star-forming region in our galactic neighbourhood and home to the most massive stars ever seen. The nebula resides 170 000 light-years away in the Large Magellanic Cloud, a small, satellite galaxy of our Milky Way. (Credits:
NASA, ESA, ESO, D. Lennon and E. Sabbi, J. Anderson, S. E. de Mink, R. van der Marel, T. Sohn, and N. Walborn, N. Bastian, L. Bedin, E. Bressert, P. Crowther, A. de Koter, C. Evans, A. Herrero, N. Langer, Platais and H. Sana.

Am Anfang stand ein „ESO Large Programme“: Der VLT-FLAMES Tarantula Survey (VFTS) begann vor fast fünfzehn Jahren unter der Leitung von Chris Evans (damals Edinburgh, UK), massereiche Sterne im sogenannten „Tarantel Nebel“ (Tarantula nebula oder 30 Doradus) zu kartieren – mit großem Erfolg. Nachdem alle Beobachtungsdaten ausgewertet waren und der Abschlussbericht erschien,  entschlossen sich die Beteiligten, auch weiterhin zusammenzuarbeiten. Sie übernahmen den Titel des ESO-Programms unter dem Kürzel “VFTS“.

Nach zwei Online-Workshops fand vom 20. bis 22. Juni 2022 das erste Treffen in Präsenz im Studio Villa Bosch in Heidelberg statt, das HITS-Gruppenleiter Fabian Schneider koordinierte und organisierte. Aus sieben Ländern kamen beobachtende Astronom*innen, Wissenschaftler*innen, die die Daten auswerten, und Modellierer*innen zusammen. Sie waren unter anderem vom Armagh Observatory in Nordirland, dem Astrophysikalischen Institut der Kanarischen Inseln, dem Max- Planck-Institut für Astrophysik in Garching oder der Universität Amsterdam (Niederlande) angereist. Die Veranstaltung war in einem offenen Format angelegt, in dem der aktuelle Forschungsstand analysiert und neue Entwicklungen angestoßen werden. Das Meeting dient auch als Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Auf dem Programm standen neue Erkenntnisse zu massereichen Sternen, Schwarzen Löchern und binären Sternsystemen.

Die Teilnehmer*innen während einer Pause im Garten der Villa Bosch (Foto: HITS).

Der VLT-FLAMES Tarantula Survey war ein großes ESO-Programm, das einen umfangreichen Datensatz für die Untersuchung sowohl aufgelöster als auch integrierter Populationen massereicher Sterne lieferte. Im Jahr 2008 wurde der Fibre Large Array Multi Element Spectrograph (FLAMES) eingesetzt, um mehr als 800 massereiche Sterne in der Sternentstehungsregion 30 Doradus in der Großen Magellanschen Wolke zu beobachten. Eine Zusammenfassung der neuesten Ergebnisse der Untersuchung, an der auch HITS-Forscher Fabian Schneider mitwirkte, erschienen 2020.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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