Feierliche Eröffnung der Max Planck Schools

12.09.2019

Die drei Piloten starten mit der ersten Kohorte in die Erprobung

Berlin, 11. September: Die Max Planck Schools sind mit einer feierlichen Eröffnung in ihr erstes Jahr gestartet. „Es ist schön, so viele ambitionierte und wissenschaftlich höchst vielversprechende Studierende und Doktoranden aus aller Welt zu erleben, die an einer der neuen Max Planck Schools die deutsche Wissenschaft bereichern. Sie nehmen Teil an einem hoch innovativen Pilotprojekt verteilter forschungsbasierter Lehre, das gemeinsam von Universitäten und Forschungseinrichtungen getragen wird. Dieses Experiment zählt zu den innovativsten Projekten für hochkarätige Lehrstrukturen in unserem Land“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek beim Festakt zur Begrüßung des ersten Studierenden-Jahrgangs im Berliner Harnack-Haus. Mit dabei waren auch VertreterInnen der Partnerorganisationen, viele an den Schools beteiligte WissenschaftlerInnen sowie UnterstützerInnen der ersten Stunde, darunter der ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Horst Hippler, und Ferdi Schüth, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft

Das Symposium stand im Zeichen des interdisziplinären und kollegialen Austausches über Institutionen, Orte und Karrierestufen hinweg. In Anlehnung an die Kernidee der Schools – die Vernetzung der in Deutschland verteilten Exzellenz – hob Martin Stratmann, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft und Initiator des Projekts zur internationalen Graduiertenförderung, in seiner Ansprache hervor: „In jede School fließen ganz unterschiedliche Disziplinen ein. Die Doktorandinnen und Doktoranden können diese Vielfalt nutzen und eine eigene, neue Wissenschaft im Kopf entstehen lassen! So schaffen sie sich eine individuelle Basis für ihre Karriere. Die thematische Breite und die Möglichkeit, die ganze Vielfalt der deutschen Forschungs- und Hochschullandschaft kennenzulernen, ist einzigartig und nach meiner Einschätzung auch der wesentliche Unterschied zu anderen, thematisch eher eng ausgerichteten Graduiertenprogrammen.“

Die ausgewählten Promovierenden selbst machten deutlich, weshalb sie sich bei den Max Planck Schools beworben haben: „Für mich waren eine gute Ausstattung, ein starkes wissenschaftliches Netzwerk sowie die Verbindung von Theorie und Experiment wichtig“, sagte Karl Michael Ziems, der an der Max Planck School of Photonics seine Promotion beginnt. In den USA oder Großbritannien seien exzellente Forschungseinrichtungen oft in einer Stadt oder an einem Standort konzentriert. Die Idee, die in Deutschland verteilte Exzellenz zu bündeln, würde genau diese Konzentration erreichen. Bojana Grujičićvon der Max Planck School of Cognition erklärte: „Mein Ziel ist es, die kognitive Komplexität des Menschen über die verschiedenen Erklärungswege der Kognitionswissenschaft besser zu verstehen. Die Max Planck School of Cognition bietet mir neben dem interdisziplinären Umfeld die Chance, durch Laborrotationen Einblicke in verschiedene wissenschaftliche Ansätze zu erhalten und auf philosophische Grundfragen zurückzukommen. Das ist für mich ein herausragendes Merkmal.“ Das klare Bekenntnis zur Zusammenarbeit und Interdisziplinarität, der Exzellenz-Anspruch und die thematische Vielfalt, die jeden dazu zwinge, über den eigenen Tellerrand zu schauen, betonte schließlich Niklas Rindtorff, künftiger Doktorand an der Max Planck School Matter to Life.

Für Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, der mit dem MPG-Präsidenten das Projekt federführend begleitet, stand der Blick in die Zukunft im Vordergrund: „Die Promotion ist nicht nur der erste Schritt einer wissenschaftlichen Karriere, sondern eröffnet auch Chancen für anspruchsvolle Tätigkeiten außerhalb der Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Max Planck Schools bieten deshalb auch eine breite Qualifizierung für die Promovierenden an und arbeiten mit Partnern, z. B. aus der Industrie, zusammen.“ Oder wie es Stefan Hell, Nobelpreisträger und Fellow der Max Planck School Matter to Life und Photonics, in seinem Vortrag formulierte: „Bleibt geerdet und greift nach den Sternen!“.

HITS Wissenschaftlerin und Molecular Biomechanics (MBM) Gruppenleiterin Prof. Dr. Frauke Gräter ist eine der Fellows der Max Planck School. Die Fellows betreuen die Studierenden an den unterschiedlichen Partnereinrichtungen und unterstützen die Qualifizierung in der Max Planck School Matter to Life durch exklusive Lehrveranstaltungen, Workshops und eine enge Begleitung während des Forschungsvorhabens. Im Rahmen der Max Planck School betreut Frauke Gräter den Doktorand Benedikt Rennekamp, der seit August am HITS ist.

Über Max Planck Schools

Verteilte Forschungsexzellenz unter einem Dach zu bündeln, das ist die Grundidee der Max Planck Schools, die 2017 von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, Martin Stratmann und Horst Hippler ins Leben gerufen wurden. Mittlerweile beteiligen sich an der Initiative 27 Universitäten und über 30 Institute der außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Tragende Partner, die also in der Initiative eine hervorgehobene Rolle spielen, sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Georg-August-Universität Göttingen, die Humboldt-Universität Berlin, das Karlsruher Institut für Technologie, die Technische Universität München sowie die Universitäten Düsseldorf, Heidelberg und Leipzig, das DWI Aachen, die Fraunhofer-Gesellschaft und die Max-Planck-Gesellschaft. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung wird die Initiative mit 45 Mio. gefördert. Mehr.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

Zur englischen Seite wechseln oder auf dieser Seite bleiben.