Humboldt-Stipendiatin Katja Markert forscht am HITS

11.07.2012

Mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler arbeitet die Computerlinguistin Dr. Katja Markert (University of Leeds) seit knapp einem Jahr als Gastwissenschaftlerin am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Ihre Forschung zu „Entitäten“ in Texten kommt der automatischen Textzusammenfassung und Informationserschließung zugute. Ergebnisse ihrer Arbeit am HITS werden jetzt auf der internationalen Konferenz ACL in Jeju/ Südkorea vorgestellt.

Die Computerlinguistin Dr. Katja Markert kam im August 2011 mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler zu einem einjährigen Aufenthalt ans Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Sie lehrt seit 2003 an der University of Leeds, zunächst als „Lecturer“, dann als „Reader“ (Associate Professor). Zuvor forschte Katja Markert mit einem Emmy-Noether-Stipendium an der University of Edinburgh. Promoviert hatte sie 1998 in Computerlinguistik an der Universität Freiburg, im Graduiertenkolleg „Menschliche und maschinelle Intelligenz“. Davor hatte sie Mathematik mit Nebenfach Anglistik an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert. Ihr Gastgeber ist Prof. Michael Strube, Leiter der Forschungsgruppe Natural Language Processing (NLP) am HITS.

Mit dem Humboldt-Forschungsstipendium für erfahrene Wissenschaftler haben Forscher die Möglichkeit, ein selbst gewähltes langfristiges Forschungsvorhaben in Kooperation mit einem selbst gewählten wissenschaftlichen Gastgeber an einer Forschungseinrichtung in Deutschland durchzuführen.
Katja Markerts Forschungsschwerpunkt bildet das sogenannte „Bridging“, das für automatische Textzusammenfassung, Informationserschließung und für Programme wichtig ist, die Text automatisch in gesprochene Sprache umwandeln. Katja Markert: „Eine der Grundfragen lautet: Wie werden Entitäten, also Wörter, die Dinge beschreiben, eingeführt, und wie kann man auf sie zugreifen?“ Ein Beispiel: Im Text: „Der Ladeninhaber wurde ermordet. Freunde waren empört über den Mord. Leider sind solche Verbrechen in Manhattan normal.“ bezieht sich „Freunde“ auf den „Ladeninhaber“. Dieser wurde vorher schon eingeführt. Mit Algorithmen versucht Katja Markert eine „Brücke“ zwischen der „alten“ und „neuen“ Entität herzustellen, damit der Text insgesamt einen Sinn ergibt.
Ihre Forschung als Gastwissenschaftlerin am HITS führte bisher zu zwei Resultaten, die sie in einem gemeinsamen Papier mit Michael Strube und der HITS-Doktorandin Yufang Hou beschreibt: einem annotierten Corpus und einem Algorithmus zur automatischen Erkennung des Informationsstatus von Entitäten. „Unser neues Verfahren hat zehn Prozent bessere Ergebnisse erzielt als der bisherige Standardalgorithmus.“ Das Papier wird in dieser Woche auf der Computerlinguistikkonferenz ACL in Jeju/Südkorea vorgestellt (COLLECTIVE CLASSIFICATION FOR FINE-GRAINED INFORMATION STATUS
Katja Markert, Yufang Hou and Michael Strube. ACL 2012, Jeju/Korea, Long paper).
„Am HITS gefällt mir die Mischung aus Ruhe und ungemeiner Produktivität sehr gut“, zieht Katja Markert nach elf Monaten in Heidelberg Bilanz. „Ich habe den Eindruck, dass man den Forschern viel Vertrauen und Freiheit schenkt.“ Sie beabsichtigt, im nächsten Jahr wieder ans HITS zu kommen.

Alexander von Humboldt-Stiftung

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten ausländischen und deutschen Forscherinnen und Forschern. Sie vergibt Stipendien und Preise, mit denen Wissenschaftler aus dem Ausland nach Deutschland kommen, um ein selbst gewähltes Forschungsprojekt mit einem Gastgeber und Kooperationspartner zu realisieren. Mit den Humboldt-Forschungsstipendien werden sechs- bis 24-monatige Forschungsaufenthalte hochqualifizierter Wissenschaftler aus dem Ausland an einer Einrichtung in Deutschland gefördert. Wissenschaftler aus Deutschland können als Stipendiat der Stiftung ein Forschungsprojekt als Gast bei einem von weltweit mehr als 25.000 Humboldtianern, den Alumni der Stiftung, verwirklichen. Dem Netzwerk der Humboldt-Stiftung gehören Wissenschaftler aus über 130 Ländern an – unter ihnen 48 Nobelpreisträger.

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Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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