Millennium Galaxienkataloge

14.12.2014

Zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung im Jahr 2005 war die Millennium Simulation die größte Simulation der Strukturbildung in der ΛCDM Kosmologie. Sie benutzt 1010 Teilchen zur Beschreibung der Verteilung der dunklen Materie in einer würfelförmigen Region von 500h−1Mpc Kantenlänge und mit einer räumlichen Auflösung von 5h−1kpc. Die Anwendung von vereinfachten Modellierungstechniken auf die gespeicherten Ergebnisse der Rechnung erlaubt es, die Entstehung und Entwicklung von ~107 Galaxien heller als die kleine Magellansche Wolke zu simulieren, und zwar flexibel für verschiedene Annahmen über die beteiligten physikalischen Prozesse.

Als Teil der Aktivitäten der deutschen Initiative zum astrophysikalischen Virtuellen Observatorium (GAVO) hat das Millennium Team eine relationale Datenbank erstellt, die die detailierten Verschmelzungsgeschichten sowohl von Halos und Unterhalos in der Simulation speichert, sowie all der Galaxien, die sich in diesen Strukturen in zwei unabhängigen Modellen der Galaxienentstehung bilden. Ein Structured Query Language (SQL) Server wurde für diese Datenbanken aufgebaut. Dies erlaubt einen einfachen Zugriff auf viele Eigenschaften der Galaxien und der Halos, insbesondere auf die zeitlichen und räumlichen Beziehungen zwischen ihnen. Diese Informationen werden in einer Tabellenform ausgegeben, die mit dem Standardformat des Virtuellen Observatoriums kompatibel ist.

Diese Datenbankstrukturen stehen allen Benutzern offen und werden am Max-Planck Institut für Astrophysik bereitgestellt (mit einem gespiegelten Server an der Universität Durham in England).

Die Adresse ist: http://www.mpa-garching.mpg.de/millennium

Auf dieser Seite können interessierte Wissenschaftler SQL lernen und einfache Testabfragen auf einer kleinen Version der Millennium Simulation ausprobieren (mit einem Volumen von 1/512 der vollen Simulation). Sie können dann ein Benutzerkonto beantragen, um ähnliche Anfragen auf der vollen Simulation auszuführen. Die Seite beinhaltet auch eine Liste wissenschaftlicher Arbeiten, die die Millennium Simulation benutzt haben (mehr als 650 bis jetzt).

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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