ESCAPE: Europäisches Projekt für Datenmanagement in der Astronomie geht an den Start

20. November 2018

Anfang 2019 startet eins der größten Projekte im Bereich Datenmanagement in der Astronomie. Unter dem Akronym „European Science Cluster for Astronomy & Particle physics ESFRI research infrastructures” (auf Deutsch „Der europäische Wissenschaftsverbund für Astronomie und Teilchenphysik ESFRI-Forschungsinfrastrukturen“) haben sich insgesamt über 30 europäische Partner zusammengeschlossen, um sich gemeinsam den Herausforderungen in der datenintensiven Forschung anzunehmen. Das Projekt befasst sich unter anderem mit der Umsetzung einer Open Science Cloud sowie Verarbeitungsmethoden zur Verarbeitung großer Datenmengen in der Astronomie.

Dr. Kai Polsterer, HITS-Wissenschaftler und Leiter der Forschungsgruppe „Astroinformatics“, ist Teil dieses europäischen Konsortiums und bringt seine Expertise in dem Bereich der Datenverarbeitung ein. Ein Forschungsschwerpunkt des Astroinformatikers ist unter anderem Maschinelles Lernen. Da die Datenmengen in der Astronomie stetig ansteigen, lassen sich diese nicht ohne Probleme von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen weiterverarbeiten. Kai Polsterer arbeitet deshalb an neuen Methoden, um zum Beispiel die Klassifizierung verschiedener Objekte zu ermöglichen und so andere Forscher und Forscherinnen bei der Arbeit zu unterstützen.

Pressemitteilung zu ESCAPE.

Mehr über Kai Polsterer und seine Forschung.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Kai Polsterer
Gruppenleiter „Astroinformatics“
Heidelberg Institute for Theoretical Studies (HITS)
Telefon: +49-6221-533 314
kai.polsterer@h-its.org

Über ESCAPE:

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben die Herausforderung enerkannt, die exzellente Wissenschaft in der datenintensiven Forschung mit sich bringt, und die Initiative European Open Science Cloud (EOSC) ins Leben gerufen. Die EOSC ist eine Cloud-Umgebung für Forschungsdaten in Europa, die den universellen Zugriff auf Daten über eine einzige Online-Plattform ermöglichen soll. Die EOSC wird vorhandene Ressourcen in nationalen Datenzentren, E-Infrastrukturen und Forschungsinfrastrukturen zusammenführen, um Forschern und Bürgern den Zugriff auf Daten anderer Wissenschaftler zu ermöglichen und um sie dabei zu unterstützen, diese Daten weiter-und wiederzuverwenden. Der Erfolg von EOSC basiert auf einem kontinuierlichen Kontakt zwischen wissenschaftlichen Interessenvertretern, die die Umsetzungder Initiative aktiv unterstützen, und auf deren jeweiligen Kompetenzen. Das ESCAPE (European Science Cluster of Astronomy & Particle physics ESFRI researchinfrastructures) Projektzielt darauf ab, die gemeinsamen Herausforderungen von freizugänglicher Wissenschaft in den Forschungsgebieten Astronomie und Teilchenphysik zu lösen.Beteiligt sind die ESFRI-Einrichtungen (CTA, ELT,EST, FAIR,HL-LHC,KM3NeT, SKA) und die europäischen Forschungsinfrastrukturen (CERN, ESO, JIV-ERIC, EGO-Virgo). Die Komplexität der Apparate und Experimente in der Wissenschaft wächst schnell, das Datenvolumen, das von ihnen erzeugt wird, verzeichnet eine enorme Zunahme und die Software zur Analyse der Daten wird immer komplexer. Auf der anderen Seite sollten diese Daten den wachsenden wissenschaftlichen Gemeinschaften zugänglich sein, die immer stärker zusammenarbeiten und interagieren. Das ESCAPE-Projekt bringt Partner aus Astronomie und Teilchenphysik zusammen, um beim Aufbau der EOSC zusammenzuarbeiten. Die ESCAPE-Maßnahmen zielen darauf ab, Lösungen bereitzustellen,um die Integration von Daten, Werkzeugen, Diensten und wissenschaftlicher Software sicherzustellen; gemeinsame Ansätze zur Umsetzung der Verwaltung frei zugänglicher Datenzu fördern; und die Interoperabilität innerhalb der EOSC als integrierte Einrichtung für die Grundlagenforschung zu etablieren.

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 824064.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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