Frauke Gräter ist neue Institutssprecherin

5.01.2021

Seit dem Jahreswechsel 2021 ist Frauke Gräter neue Institutssprecherin (Scientific Director) des HITS. Sie folgt turnusmäßig auf Wolfgang Müller, der diese Position in den vergangenen zwei Jahren ausübte. Zum neuen stellvertretenden Institutssprecher wurde Tilmann Gneiting ernannt.

Frauke Gräter ist seit 2009 Leiterin der HITS-Gruppe „Molecular Biomechanics“ und seit 2014 zugleich Professorin für Molekulare Biomechanik an der Universität Heidelberg. Sie will mit Computersimulationen und verschiedenen Rechenverfahren entschlüsseln, wie Proteine aufgebaut sind, um gezielt auf mechanische Kräfte reagieren zu können. Ihre Forschungsthemen reichen dabei von medizinischen Fragestellungen wie der Blutgerinnung, bis zur Materialforschung, wie zum Beispiel an Spinnenseide. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhielt sie 2017 den europäischen „PRACE Ada Lovelace Award for HPC“. Mit dem Preis werden Wissenschaftlerinnen geehrt, die herausragende Beiträge zum Hochleistungsrechnen (High Performance Computing – HPC) in Europa geleistet haben. Aktuell forscht Gräter an Kollagen, dem Protein, das unserem Bindegewebe in Knochen, Bändern und Haut Stabilität verleiht. Gräter konnte zeigen, dass Kollagen unter exzessiver mechanischer Belastung Radikale produziert – eine wichtige Erkenntnis, weil Radikale im Körper Schäden hervorrufen können. Für ihre Forschung zu Radikalen in Kollagen erhielt Frauke Gräter kürzlich vom Europäischen Forschungsrat einen ERC Consolidator Grant in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Ab 2021 wird sie Mitglied im Editorial Board der Fachzeitschrift „Biophysical Journal.“

Tilmann Gneiting leitet die Forschungsgruppe „Computational Statistics“ am HITS seit 2013 und ist zugleich Professor für Computational Statistics am Institut für Stochastik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Er entwickelt mit seiner Gruppe Methoden für probabilistische Prognosen, wie zum Beispiel zu Wettervorhersagen, aber auch für die Corona-Pandemieentwicklung  Gneiting zählt zu den weltweit meistzitierten Forschenden seines Fachs, eine Auszeichnung der Clarivate Analytics, die er fünfmal hintereinander (2014-2018) erhielt. Er war Fellow am Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), wurde zum Fellow der American Statistical Association und des Institute of Mathematical Statistics ernannt, und war Herausgeber der „Annals of Applied Statistics.“ Für seine Arbeiten erhielt er 2012 einen ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats.

Die Institutssprecherin rekrutiert sich aus dem Kreis der Forschungsgruppenleiter/-innen am HITS. Laut Satzung repräsentieren die Institutssprecher/-innen das HITS in allen wissenschaftlichen Belangen gegenüber den Kooperationspartnern und der allgemeinen Öffentlichkeit.

Über das HITS

Das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) wurde 2010 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) und der Klaus Tschira Stiftung als private, gemeinnützige Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Das HITS betreibt Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und der Informatik. Dabei werden große, komplexe Datenmengen verarbeitet, strukturiert und analysiert und computergestützte Methoden und Software entwickelt. Die Forschungsfelder reichen von der Molekularbiologie bis zur Astrophysik. Die HITS Stiftung, eine Tochter der Klaus Tschira Stiftung, stellt die Grundfinanzierung der HITS gGmbH auf Dauer sicher. Die Mittel dafür erhält sie von der Klaus Tschira Stiftung. Gesellschafter des HITS sind neben der HITS Stiftung die Universität Heidelberg und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das HITS arbeitet außerdem mit weiteren Universitäten und Forschungsinstituten sowie mit industriellen Partnern zusammen. Die wichtigsten externen Mittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Europäische Union.

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