Molecular Biomechanics (MBM)
Die Gruppe Molekulare Biomechanik war eine stark interdisziplinäre Gruppe, die sich aus Physikern, Chemikern und Biologen zusammensetzte. Sie nutzten und entwickelten verschiedene computergestützte und theoretische Methoden auf verschiedenen Längen- und Zeitskalen, unter anderem molekulardynamische Simulationen, Monte-Carlo-Techniken, Quantenchemie, maschinelles Lernen und bioinformatische Ansätze.
Zusätzlich führte die Gruppe biophysikalische und biochemische Experimente durch, um ihre rechnerischen Vorhersagen zu validieren.
Das Hauptinteresse der MBM-Gruppe bestand darin zu entschlüsseln, wie die Natur Proteine entworfen hat, um spezifisch auf mechanische Kräfte in der zellulären Umgebung oder außerhalb der Zelle zu reagieren. Ziel war es, neue molekulare Kraftsensoren lebender Organismen zu entdecken und deren Innenleben zu entschlüsseln. Die Forschung konzentrierte sich dabei auf Proteinmaterialien, Mechanoenzyme und ungeordnete Proteine.
2024 wurde die MBM-Gruppenleiterin Frauke Gräter zur Direktorin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) ernannt und verließ das HITS am Ende desselben Jahres nach 15 Jahren erfolgreicher Forschungstätigkeit. Ihr Arbeitskreis am MPIP trägt den denselben Namen: „Molecular Biomechanics.“ https://www.mpip-mainz.mpg.de/de/graeter Gräter und ihre Gruppe arbeiten nach wie vor eng mit HITS-Forschenden zusammen, insbesondere mit der MLI-Gruppe (Leitung: Jan Stühmer). Außerdem sind sie als assoziierter Partner an SIMPLAIX beteiligt, einer interinstitutionellen 3-Wege-Kooperation zur Überbrückung der Skalen von Molekülen zu molekularen Materialien mithilfe von Multiskalensimulation und maschinellem Lernen.